R & D Workshop im Haus Rissen am 02.12.2002

 

- Zusammenfassung der Statusberichte (D. Proch, D. Reschke)

 

 

Inhaltsverzeichnis

- Tuner I (G. Weichert)

- Tuner II (H.P. Peters)

- Piezo-Tuner (S. Simrock)

- Mech. Eigenschaften der Neunzeller (H.P. Peters)

- Zeitplanung für die EP-Anlage ( Teil 1, Teil 2, Teil 3) (A. Matheisen)

- Zeitplanung für die Elektronenstrahlschweißanlage (J. Tiessen)

- Status der CTA in der Petra Halle NO + CO2-Reinigung (A. Brinkmann)

- SQUID-Untersuchungen von Nb-Blechen + Hydroforming von Resonatoren (W. Singer)

- Magnetisierungsmessungen an Nb-Proben (B. Steffen)

- Gleichspannungs-Feldemissionsuntersuchungen an CO2-gereinigten Nb-Proben (G. Müller, Uni Wuppertal)

- Status der HOM-Absorber für TESLA (M. Dohlus)

- Hochleistungspulsmessungen am Einzeller 1B9 in Cornell (B. Steffen)

- Status der Einzellermessungen (D. Reschke)

 

Die Beiträge von L. Lilje "Results on EP nine-cells" und "Future nine-cell program" konnten krankheitshalber nicht gehalten werden, sind aber elektronisch abrufbar.

 

 

1.      Tuner I (G. Weichert)

 

Der überarbeitete Tuner weist vereinfachte Tuning-Elemente auf. Er verfügt jetzt über  8 eingeschweißte „Bonbon“ Typ Elemente statt 24 aus einem Rohr gefrästen Elementen. Der Montagering ist geteilt, und es wird die komplette französische Antriebseinheit verwendet. Die Antriebseinheit wird von R. Lange zur Verfügung gestellt.  Die Lieferung der Tuningeinheit wird für die 51. Woche 2002 erwartet. Warme Tests sind ab Januar 03 für 6 Wochen geplant. Für den Kalttest muss ein noch zu bestimmendes Cavity eingeschweißt werden (Ti-Tank wird von MPL beigestellt). Der Kalttest könnte bei Verfügbarkeit der notwendigen Infrastruktur (Reinraum, CHECHIA, Klystron) gegen Ostern 2003 erfolgen.

 

Leider ist es aus geometrischen Gründen nicht möglich die Tuner I und  Tuner II (Peters) auf den gleichen  Tank zu montieren, so daß für einen nachfolgenden Test des Tuner I ein weiteres Cavity mit dem zum Tuner I gehörenden He-Tank verschweißt werden muss.

 

Im Vergleich der beiden Tuner zeigt der Tuner I eine höhere Steifigkeit (siehe Tabelle Vortrag Peters); der Tuner II hat hingegen bereits eine erfolgreiche Erprobung (4 Einheiten für den Test der Superstruktur) im Beschleunigerbetrieb erfahren. Eine Entscheidung über die Selektion des endgültigen Tuners könnte nach dem Vergleich der kalten Messungen und der Abschätzung der Fertigungskosten  im Sommer 2003 erfolgen.

Die Piezo-Einheit wird in den Tuner-Antrieb integriert und ist Bestandteil beider Tunerentwürfe.. Es wurde entschieden, daß diese Einheit aus zwei Piezo Elementen bestehen wird (siehe Simrock Vortrag). 

 

 

2.      Tuner II (H.P. Peters)

 

Der Tuner II ist in vierfacher Ausführung beim Strahltest der Superstruktur erfolgreich eingesetzt worden (Tuner II benutzt Motor und Getriebe des französischen Antriebs; Antriebsmechanik ist in Konstruktion).Allerdings besitzt  er im Vergleich zum Tuner II eine geringere Steifigkeit. Es wurde das Gesamtsystem bestehend aus Cavity und parallelem Zweig mit Bordscheibe, Ti- Tank, Tuning-Element und Tuningantrieb berechnet. Das schwächste Element ist das Cavity selber. Die Tuningeinheit ist das nächste schwache Glied, was zum einen am Tuningrohr selbst und zum anderen an der Antriebsmechanik liegt. Die Steifigkeit des Tuningrohres kann durch Verkürzung der Anschweißenden erhöht werden. Der Antriebsmechanismus wird z.Zt überarbeitet. Bedingt durch die Verlagerung des Tuners vom Ende des Cavities auf den He-Tank können steifere Bordscheiben eingesetzt werden (kein Längenausgleichsring mehr erforderlich). Bei der ‚compressed-version’ führt das zu einer Erhöhung der Steifigkeit von 30% gegenüber der jetzigen Version, beim Doppelneunzeller von 65%.

Details sind im Diagramm dargestellt. Im Anhang ist ein weiteres Diagramm beigefügt (wurde nicht im Meeting gezeigt), das den Vergleich beider Tuner jeweils als Gesamtsystem zeigt. Zum endgültigen Design des Tuners ist ein minimaler Wert der Steifigkeit festzulegen. 

 

 

1.      Piezo-Tuner (S. Simrock)

 

Langzeittests mit einem Piezo-Tuner haben keine Strahlungsschäden gezeigt. Ein Problem stellt die Empfindlichkeit der Piezo Elemente gegen Feuchtigkeit dar. Falls Wasser auf einem „kalten“ Piezo Tuner ausfällt, wird dieser zerstört. Kritisch in Bezug auf die Lebensdauer ist die Einstellung der richtigen Vorspannung. Hier fehlt ein eleganter mechanischer Design. Es wurde vorgeschlagen, Dehnungsmeßstreifen wie bei der mechanischen Analyse von supraleitenden Magneten einzusetzen. Es wird festgelegt, daß im Tuner zwei Piezo Elemente eingebaut werden: ein Element dient als Treiber, das zweite kann als Weggeber für ein Feedback/Feedforward eingesetzt werden. Außerdem dient das zweite Element als Ersatz bei einem Ausfall des primären Treibers. Weiterhin soll die Möglichkeit von magnetostriktiven Elementen untersucht werden (ist bei SNS in Entwicklung; zeigt hohe Kosten).

 

 

2.      Mech. Eigenschaften der Neunzeller (H.P. Peters)

 

Es wurde eine Zusammenstellung aller mechanischen Daten des Cavities zusammengetragen. Diese Daten sind zum Teil nicht neu, sollen aber als Referenz für weitere Rechnungen dienen. Die Angabe der Verstimmung von 420 kHz/mm 9-Zeller muss aber noch mit den Meßwerten von Herrn Kreps 316 kHz/mm abgestimmt werden. Auch muß noch verifiziert werden, ob das Cavity bei 2K und Nullstellung unter Zug oder unter Druck steht (wie nach dem Saclay Design).

Nachtrag vom 12.12.02: Eine erneute Messung der Verstimmung bei Raumtemperatur von G. Kreps hat den Wert von 316 kHz/mm. Sobald wie möglich muß die Messung im kalten Zustand wiederholt und die Daten abgeglichen werden.

 

Die beobachteten Verstimmungen einiger Cavities (Feldflachheit) nach diversen Behandlungsschritten wirft die Frage auf, ob es nicht doch notwendig ist, eine Unterstützung des 9-Zellers im Le Tank zu spezifizieren. So haben die Rossendorf-Neunzeller eine Mittelstütze im Tank.

 

 

3.      Zeitplanung für die EP-Anlage (A. Matheisen)

 

Der Arbeitsaufwand in den nächsten 8 Monaten im Reinraumkomplex ist erheblich. Details sind in den Diagrammen zu sehen. Es gibt einen zeitlichen Konflikt zwischen den Modulmontagen einerseits und der Entwicklung der EP sowie der Behandlung von 1- und 9-Zellern andererseits. Der dargestellte Arbeitsablauf schließt eine gleichzeitige Arbeit aus beiden Reinraumbereichen aus. Dies wird aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer weiteren Verzögerung des Einsatzes der EP führen. Im günstigsten Fall kann nur in den Monaten Januar und Februar ein Zeitraum von 2 Wochen für EP an 1- oder 9- Zellern erwartet werden (Wechselbetrieb mit Modul 2*). Wegen der dringlichen Notwendigkeit die EP Anlage in Betrieb zu nehmen, sollen die Engpässe (Personal oder Einrichtungen??) analysiert werden und nach Möglichkeiten gesucht werden, die Arbeiten im Reinraum effizienter zu gestalten. Ebenso muß die Priorität der Modulmontagen gegenüber der EP- Aktivitäten überdacht werden. Für Einzeller besteht die Möglichkeit, durch intensiveren Einsatz der Firma Henkel die EP voranzutreiben.

 

4.      Zeitplanung für die Elektonenstrahlschweißanlage (J. Tiessen)

 

Die Parameter zur EB-Schweißung von Einzellern konnten in den letzten Monaten fixiert werden. Als schwierig erwies sich vor allem das vollständige Durchschweißen der äquatorschweißnaht an Hoch-RRR Niob. Es wurde mittlerweile ein Einzeller geschweißt.

 

Auch konnte eine modifizierte Schweißtechnik zwischen dem Nb-Strahlrohr und dem NbTi-Flansch erfolgreich getestet werden. Dabei ist der NbTi-Flansch u.U. nicht mehr vollständig gegen die Einwirkung der Säure während der Oberflächenpräparation geschützt. Die Folgen hieraus müssen untersucht werden (A. Matheisen).

Bis Ende Dezember sollen noch 2 Einzeller aus vorhandenen Dornier-Schalen geschweißt werden, um die Parameterwahl schweißtechnisch zu bestätigen. Im März/April 03 sollen 3 + ca. 7 Einzeller gefertigt werden. Dazu werden in den  nächsten Wochen ca. 25 Bleche aus aktuellem Niobmaterial ausgesucht und anschließend bei Zanon zu Schalen gedrückt. Die ersten drei Resonatoren sollen möglichst schnell einer bewährten Oberflächenpräparation (EP, falls qualifiziert, sonst BCP) unterzogen werden, um die Qualifikation der Schweißparameter durch die HF-Messung zu erhalten.

Weiterhin sind Teile für den Dunkelstrommonitor zur Schweißung vorgesehen.

Für weitere hydrogeformte 1 – 3-Zeller von W. Singer sind Schweißungen der NbTi-Flansche an die Niobrohre erforderlich.

 

 

5.      Status der CTA in der Petra Halle NO + CO2-Reinigung (A. Brinkmann)

 

In der „Cavity Test Anlage“ CTA wurde im Laufe des Jahres 2002 ein Routinebetrieb  auch für die Kalttests erreicht. Nachteilig macht sich noch das Fehlen eines Themometriesystems für die Einzeller bemerkbar. Dies kann erst nach der Herstellung und Einbau einer neuen magn. Abschirmung, die den gesamten Heliumraum des Kryostaten umfasst, in den Messeinsatz integriert werden. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 03 abgeschlossen sein und erfordern eine Betriebsunterbrechung von etwa 3 Wochen.

Zur Erprobung der CO2-Trockeneisreinigung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IPA ein Düsenkopf zur Reinigung der Cavityinnenseite entwickelt. Im Sept. 02 erfolgte die Erprobung beim IPA an drei einzelligen Resonatoren. Der Güte bei niedrigen Feldstärken war bei allen Resonatoren vor und nach der Reinigung vergleichbar, so daß eine grundlegende Schädigung der Nb-Oberfläche ausgeschlossen werden kann. Bedingt durch Feldemission war bei zwei Resonatoren die erreichbare Feldstärke nach der Reinigung geringer. Bei einem Resonator konnte eine etwas geringere Feldemissionsbelastung und damit höhere erreichbare Feldstärke gemessen werden.

 

Da die Versuchsbedingungen (Transport vom IPA, zusätzliche Montagen, etc.) nicht optimal waren und die Gleichspannungs-Feldemissionsmessungen (siehe G. Müller)  vielsprechende Ergebnisse zeigen, ist im Verlauf 2003 der Aufbau einer CO2-Trockeneisreinigung für 1 – 3-zellige Resonatoren im Reinraum in der Halle NO geplant.

 

 

6.      SQUID-Untersuchungen von Nb-Blechen + Hydroforming von Resonatoren (W. Singer)

 

Alle neuen Bleche für die 4 Resonatorproduktion (600 Stück) werden sowohl mit der „alten“ Eddy Current Scanning  Apparatur als auch mit einer neuen Squid Scanning Anlage überprüft. Dieses Konzept benutzt als Detektor der Eddy Ströme ein Squid Element. Eine solche Apparatur ist von der Firma WSK insbesondere zur Untersuchung von Sputter Targets entwickelt worden. Nach Auswertung der Ergebnisse soll über den Nachbau der Squid Anlage entschieden werden.

Die Empfindlichkeit konnte von 200µm (eddy current) auf 50µm (Squid) gesteigert werden.

 

Hydroforming: Die fertiggestellten zwei 2-zelligen und zwei 3-zelligen Resonatoren benötigen die Oberflächenpräparation als Vorbereitung für den HF-Test. Je ein Resonator soll zu K. Saito, KEK geschickt werden. Die restlichen zwei Resonatoren sollen trotz der Engpässe in der Infrastruktur zur Oberflächenabtragung bei DESY behandelt werden. Die Handhabung ist vergleichbar zu Einzellern (nur Strahlrohrflansche, keine HOM, Pick-up) Halterahmen sind vorhanden und können in den nächsten Tagen angepasst werden. Hochdruckspüle, Montage und Evakuieren können im Reinraum in der Halle NO erfolgen.

 

 

7.      Magnetisierungsmessungen an Nb-Proben (B. Steffen)

 

Die Untersuchungen konzentrieren sich auf den Einfluß verschiedener Heizparameter auf Hc2 und Hc3 an gebeizten und elektropolierten Niobproben. Insgesamt steigt Hc2  einer Oberflächenschicht an chemisch- und elektropolierten Proben durch die Heizbehandlung im Vergleich zu nicht-geheizten Proben deutlich an. Elektropolierte Proben zeigen im ungeheizten Zustand ein höheres Hc2 als chemisch polierte Proben und zusätzlich einen größeren Effekt des Ausheizens. Bei BCP-Proben wurde nach 48 h bei 120 C noch keine Sättigung erreicht. Bei 144 C wird nach 48 h der max. Hc2-Wert erreicht; nach 96 h nimmt er bereits wieder ab.

 

 

8.      Gleichspannungs-Feldemissionsuntersuchungen an CO2-gereinigten Nb-Proben (G. Müller, Uni Wuppertal)

 

DC FE Messungen an Proben mit künstlicher Kontamination zeigen nach CO2-Trockeneisreinigung (DIC) einen zum Hochdruckwasserspülen vergleichbaren Reinigungseffekt. Die Kontamination erfolgte am wirksamsten durch Cu- und Fe-Partikel.

Es konnten keine negativen Effekte (Aktivierung oder Entstehen von Kohlenstoffemittern) durch die CO2-Reinigung selbst beobachtet werden. Auch waren weder im optischen Mikroskop noch im Elektronenmikroskop mechanische Beschädigungen der Oberfläche (Erosion, etc.) zu finden.

 

Zukünftig sind weitere Untersuchungen an künstlichen Verunreinigungen auf nasschemiasch bzw. elektropolierten Niobproben geplant. Dabei sollen relevante Partikelarten (Fe, Cu, C, etc.) auf voruntersuchten Proben in wässriger Lösung kontrolliert aufgebracht werden. Die resultierenden Emitter sollen dann detailliert mittels Feldemissionsrastermikroskop und SEM charakterisiert werden. Dabei soll auch der Einfluss von Temperaturen im Bereich von 100 - 400°C sowie von Hochstrom-Pulsbetrieb auf die Stärke und Stabilität der FE untersucht werden. Schließlich sollen diese Proben mittels Hochdruckwasserspülen und/oderDIC gereinigt und nochmals getestet werden. Hierbei können dann auch Einflüsse des Reinigungsabstands und des Reinigungswinkels untersucht werden.

 

 

9.      Status der HOM-Absorber für TESLA (M. Dohlus)

 

Die eingebrachte Leistung durch Single-Passage-Verluste beträgt für TESLA 500 ca 23 W pro zwölf 9-Zeller, davon ca. 13 Watt im Frequenzbereich oberhalb von 10 GHz. Die resonanten Felder und die transienten (Single-Passage) Verluste müssen bedämpft bzw. absorbiert werden, um die Strahlqualität zu sichern und die kryogenische Anlage (2K) zu entlasten. Dies ist im TDR vorausgesetzt. Im GHz-Bereich wird ein Teil dieser Leistung durch die HOM Koppler an den Cavities ausgekoppelt. Die Absorption resonanter Verluste im unteren GHz Bereich erfolgt ebenfalls über die HOM Koppler. Diese Koppler sind für höhere Frequenzen nicht mehr effektiv (Kopplungsmechanismus, Kabelverluste). Deswegen sind bei höheren Frequenzen zusätzliche HOM Absorber auf 70K Temperaturniveau zwischen den Modulen notwendig. Die Funktionsweise der Absorber beruht auf dem höheren kryogenischen Wirkungsgrad bei 70K und der Ausbreitung von Feldern durch viele Cavities. Zusätzlich wird vorausgesetzt, dass alle normalleitenden 2K Oberflächen verkupfert sind (z.B. Cavity-Monitor). Eine sichere Vorhersage der Absorption pro Fläche ist nicht möglich. Da die Propagation der hohen Frequenzen durch mehrere Module erfolgt, kann der  Absorptionsmechanismus nur im String mehrerer Module mit kalten Strahlrohren detailliert vermessen werden. Die spezifische Absorption des Absorbermaterials kann allerdings an kleinen Versuchsaufbauten im Linac gewonnen werden.

 

Die Auswahl des Absorbermaterials erfolgt primär nach geringer Reflektion und guter Dämpfung bei mittleren Frequenzen (~10GHz). Nach derzeitigen Untersuchungen bei Raumtemperatur und ersten kalten Messungen in einem X-Band Hohlleiteraufbau scheinen mehrere Materialien geeignet zu sein: Unipress (ALCOA Al2O3 powder, 25% Mo), CERADYNE (ZR10CB5, ZR20CB5, Z7YL). Ein einfacher Testabsorber aus ZR10CB5 wurde im Module mit der Superstruktur erprobt. Allerdings sind weitere Eigenschaften wie ausreichende  thermische und elektrische Leitfähigkeit, Strahlungsbeständigkeit sowie Vakuumtauglichkeit zu  fordern. Desweiteren müssen konstruktive und kryotechnische Entwicklungsarbeiten geleistet werden. Zur Weiterführung der HOM-Absorberentwicklung ist es notwendig ein Team aus Experten der Bereiche Materialeigenschaften, Vakuum- und  Kryostatendesign zu bilden.

 

 

10.  Hochleistungspulsmessungen am Einzeller 1B9 in Cornell (B. Steffen)

 

Der Einzeller 1B9 wurde nach dem cw-Vertikaltest bei DESY (Eacc = 35 MV/m) in Cornell sowohl cw (Eacc = 39 MV/m) als auch gepulst (HPP) gemessen. Im Pulstest wurden bei 4.2K etwa 40 MV/m, bei 1.6 K etwa 42 MV/m erreicht. Letzteres Ergebnis bleibt hinter den Erwartungen zurück. Mögliche Ursache ist der – trotz erfolgter 120C Heizbehandlung – ungewöhnlich starke Güteabfall bei hohen Feldstärken.

 

13.  Status der Einzellermessungen (D. Reschke)

 

Die vorläufige Auswertung der Ergebnisse an elektropolierten ein- und neunzelligen Resonatoren zeigt, daß bereits ein naßchemischer Abtrag (BCP) von mehr als (10 – 15) µm die Eigenschaften eines elektropolierten Resonators signifikant verschlechtert. Ausgehend von einer gebeizten Resonatoroberfläche ist eine Elektropolitur von mindesten 80 µm notwendig, um die Eigenschaften eines elektropolierten Resonators zu erreichen.

 

An insgesamt 3 Resonatoren wurde der Einfluß einer Lagerung an Reinraumluft (2 Cavities) bzw. Stickstoff (1 Cavity) über einen Zeitraum von bis zu 15 Monaten untersucht. Während an den luftausgesetzten Resonatoren im Rahmen des Meßfehlers keine Degradation zu beobachten war, ist das Ergebnis für den stickstoffgelagerten Resonator nicht eindeutig.

 

An zwei Resonatoren konnten nach einer mechanischen Abtragung der Oberfläche von etwa 150 µm sowie zusätzlicher naßchemischer Abtragung (40 µm) und Elektropolitur (80 µm) Feldstärken von über 35 MV/m bei hohen Güten erzielt werden. An einem weiteren Resonator soll nun untersucht werden, welcher minimale Elektropoliturabtrag nach der mechanischen Abtragung erforderlich ist.

 

In nächster Zeit werden vor allem die Parameter des Niedertemperaturausheizens sowie der Güteabfall bei hohen Feldstärken ohne Feldemission untersucht. Daneben sollen die ersten bei DESY geschweißten Einzeller zur Qualifizierung der Schweißparameter gemessen und alternative Herstellungsverfahren und Niobmaterialien qualifiziert werden.